Kultur - Palettengleich, farbenfroh . . .

Die barocke Guts- und Parkanlage Heinrichsruh wurde, wie der Name andeutet, 1752-56 als Alterssitz vom preußischen Generalpächter, Kriegs- und Domänenrat C. L. Henrici errichtet. Ökonomische Grundlage bot die Glasproduktion in den heute nicht mehr vorhandenen Wirtschaftsgebäuden.

Später verarmt, wurde das Gut mit wenig ertragreicher Landwirtschaft betrieben. Herrenhaus, Seitenflügel und Gartenanlage blieben mangels finanzieller Möglichkeiten in den historischen Strukturen erhalten. Als ländliches Jagd- und Lustschlösschen entworfen, erhielt das in Fachwerk errichtete Herrenhaus sieben repräsentative Räume mit Wandgemälden und Leinwandtapeten. Der Garten entfaltet mit seinen Bosketten, den Parterre- und Wasserflächen sowie dem ehemaligen Jagdpark immer noch eine beeindruckende Wirkung.

Junge Hochschulabsolventen initiierten 1993 gefährdete Gutsanlagen Vorpommerns mit denkmalpflegerischem Fingerspitzengefühl instand zu setzten und Räume, nicht kommerziell orientiert, für künstlerische Begegnungen, Austausch und Dialoge zu schaffen. Die Idee des Künstlerhauses war geboren. Die Schönheit des Ortes und die daraus resultierende Identifikation vieler engagierter Beteiligter und Förderer belebt nun seit 1997 ein Denkmal von überregionaler Bedeutung. Getragen vom gemeinnützigen Verein können immer mehr fertiggestellte Räumlichkeiten von bildenden Künstlern und Musikern für Proben, Ausstellungen oder Musikaufnahmen genutzt werden.

Das Künstlerhaus stellt, als einer von mehreren Orten, kein Einzelbeispiel für den Zustrom von Künstlern nach Vorpommern dar. Eine feste Bindung zur Region ist nicht nur durch die bauliche Aktivität entstanden, sondern auch durch eine Vielzahl kultureller Angebote mit Konzerten, Opern, Ausstellungen und Ateliernutzungen. So steht den zahlreichen, oft weitgereisten Besuchern die Anlage mit Herrenhaus und romantischem Barockgarten zum Besuch weit offen.